Akkorde (1)

Dur-Akkorde

Aufgrund seines Handicaps (er hatte an seiner linken Hand nur drei voll funktionsfähige Finger) war Django Reinhardt zu einer völlig neuen Grifftechnik gezwungen. So konnte er Dur-Akkorde nicht als Vollbarré (linker Akkord) greifen, sondern spielte dafür den rechten Akkord, wobei er den gehandicapten Ringfinger zum Greifen der beiden obersten Saiten benutzen konnte1. Dieses Beispiel ließe sich beliebig fortführen, so daß noch weiter Beiträge zu diesem Themenkomplex folgen werden.

Wenn der Grundton des Dur-Akkord auf der tieferen B-Saite2 liegt, sieht das Ganze so aus:

Dur-Akkord (B-Saite) und Substitut

Links der „normale“ Dur-Akkord, rechts die Version von Django Reinhardt.


1 Quelle: Maurice Summerfield: The Jazz Guitar, S. 171.
2 Ich benutze hier das internationale „B“ statt des deutschen „H“.

Django Reinhardt: „Troublant Boléro“ (1949)

Diese von Django Reinhardt [g] und Stéphane Grappelli [vi] im Januar/Februar 1949 in Rom zusammen mit einer italienischen Rhythmusgruppe1 aufgenommen Version des von Django komponierten „Troublant Boléro“ ist meine absolute Lieblingsversion, die u. a. auf einer Doppel-LP zu finden ist, die ich mir 1980 auf dem Stuttgarter Flohmarkt gekauft habe. Vom „Troublant Boléro“ gibt es verschiedene Versionen, darunter eine schöne von 1951 mit Sinfonieorchester.


1 Gianni Safred [p], Marco Pecori [b] und Aurelio de Carolis [dr].