Django Reinhardt: „Sweet Chorus“

Hier zwei Versionen von „Sweet Chorus“: Die eine, 1936 mit akustischer Gitarre und dem „klassischen“ Quintette du Hot Club de France aufgenommen, und die zweite Version von 1947, bei der Django Reinhardt elektrisch verstärkt spielt. Dabei kommt wieder die Kontroverse über Django Reinhardts Aufnahmen mit elektrisch verstärkter Gitarre ins Spiel. Mir persönlich jedenfalls gefällt die Version von 1947 eindeutig besser.

Und hier also die beiden Stücke:

1947

Nachdem Django Reinhardt am 13. Februar 1947 von seiner Amerika-Reise nach Frankreich zurückgekehrt war, nahm er schon am 16. März zusammen mit Stéphane Grappelli für „Swing“ fünf Titel auf. Bei dieser Gelegenheit spielte Django Reinhardt nochmal seine akustische Selmer. Das Gros seiner Aufnahmen in diesem so reichen Jahr nahm er jedoch mit elektrisch verstärkter Gitarre auf, die von nun an sein Hauptinstrument sein sollte. Interessant ist dabei, verschiedene Versionen ein und desselben Stücks wie z. B. „Louise“ zu vergleichen, das Django Reinhardt, lediglich begleitet von Stéphane Grappelli am Klavier, bereits am 10. September 1938 in London aufgenommen hatte. Wenn man diese Version von 1938 mit der mit elektrischer Gitarre 1947 eingespielten Version vergleicht, wird schnell klar, dass die späterer Version eindeutig moderner ist und Django Reinhardt hier viel inspirierter improvisiert. Vor diesem Hintergrund wird – zumindest in diesem einen Beispiel – auch die These unhaltbar, Django Reinhardt sei im Wesentlichen ein akustischer Spieler gewesen und die Finesse seines Spiels sei mit der elektrischen Verstärkung verloren gegangen.

Schmitz/Maier („Django Reinhardt“; Oreos-Verlag 1985) schreiben zu diesem Jahr:

„Mit immensem Fleiß, überbordender Aktivität wird eine Sitzung nach der anderen in Angriff genommen. Noch immer scheint Django Reinhardt ein einfach unerschöpfliches Reservoir an musikalischen Einfällen zu regieren – ein seltsamer, diverse Fragen aufwerfender Widerspruch zu der Grundstimmung der Enttäuschtheit seit Amerika, das ihm den Höhepunkt seiner Karriere nicht geben konnte oder wollte.“