Django Reinhardt: Die letzten Jahre

Die Lektüre der beiden Django-Reinhardt-Bücher, die ich gerade lese, hat mir neue Informationen über seine letzten Jahre gebracht. Django Reinhardt hat ja im Herbst 1946 eine Tournee duch die USA gemacht, bei der er u. a. erstmals mit dem neuen Bebop konfrontiert worden ist. Während die Tournee (Django Reinhardt spielte mit dem Duke-Ellington-Orchester bzw. mit Duke Ellington und der Rhythmusgruppe des Orchesters) von Publikum und Presse überwiegend positiv aufgenommen wurde, bekam er am allerletzten Abend, dem 24. November 1946, sehr schlechte Kritiken, weil er – verspätet – erst um 23 Uhr zum Konzert erschienen war. Er hatte einen Landsmann getroffen und im Gespräch den Konzerttermin total vergessen.

Schmitz/Maier („Django Reinhardt“) schreiben, dass Django Reinhardt in der Folge dieser Tournee in eine tiefe Selbstverständniskrise geraten war, von der er sich nicht mehr erholen sollte. Michael Dregni („Django“) zufolge hat sich Django aber 1951 wieder gefangen, nachdem er monatelang keine Gitarre mehr angerührt hatte und nun von dem Altsaxofonisten Hubert Fol dazu gebracht wurde, eine neue Band, diesmal ein Sextett, zu gründen, und zwar – das war etwas Neues – mit jungen, vom amerikanischen Bebop beeinflußten Musikern. Nach anfänglichen Schwierigkeiten (die jungen Musiker nahmen Django offenbar nicht ganz ernst) hat sich Django aber gut zurechtgefunden, und ein Engagement im Pariser Club Saint-Germain (von dem es auch Live-Mitschnitte gibt) wurde ein voller Erfolg. In diesen letzten Jahren – von 1948 bis zu seinem frühen Tod 1953 – nahm Django Reinhardt aber nur noch sporadisch auf, die allerletzte Session datiert vom 8. April 1953.