Django Reinhardt: „Sweet Chorus“

Hier zwei Versionen von „Sweet Chorus“: Die eine, 1936 mit akustischer Gitarre und dem „klassischen“ Quintette du Hot Club de France aufgenommen, und die zweite Version von 1947, bei der Django Reinhardt elektrisch verstärkt spielt. Dabei kommt wieder die Kontroverse über Django Reinhardts Aufnahmen mit elektrisch verstärkter Gitarre ins Spiel. Mir persönlich jedenfalls gefällt die Version von 1947 eindeutig besser.

Und hier also die beiden Stücke:

Akkorde (1)

Dur-Akkorde

Aufgrund seines Handicaps (er hatte an seiner linken Hand nur drei voll funktionsfähige Finger) war Django Reinhardt zu einer völlig neuen Grifftechnik gezwungen. So konnte er Dur-Akkorde nicht als Vollbarré (linker Akkord) greifen, sondern spielte dafür den rechten Akkord, wobei er den gehandicapten Ringfinger zum Greifen der beiden obersten Saiten benutzen konnte1. Dieses Beispiel ließe sich beliebig fortführen, so daß noch weiter Beiträge zu diesem Themenkomplex folgen werden.

Wenn der Grundton des Dur-Akkord auf der tieferen B-Saite2 liegt, sieht das Ganze so aus:

Dur-Akkord (B-Saite) und Substitut

Links der „normale“ Dur-Akkord, rechts die Version von Django Reinhardt.


1 Quelle: Maurice Summerfield: The Jazz Guitar, S. 171.
2 Ich benutze hier das internationale „B“ statt des deutschen „H“.

Django Reinhardt: „Improvisation No. 2“

Diese meiner Meinung nach schöne Improvisation für unbegleitete Sologitarre nahm Django Reinhardt entweder anläßlich einer Rundfunk-Übertragung 1937 oder 1938 in London auf. Von dieser „Improvsation No. 2“ gibt es insgesamt drei Versionen: eine von 1937, eine (von der zwei Takes veröffentlicht wurden) von 1938 und eine mit elektrischer Gitarre von 1946.